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McKinsey sieht "Energie" als Krisenausweg

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company geht  davon aus, dass in Branchen, in denen der Wettbewerbsfaktor Energie eine Schlüsselrolle spielt, bis 2020 in Deutschland mindestens 850.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern zu den Ergebnissen:  "Wenn es der deutschen Wirtschaft gelingt, in der Besetzung dieser Wachstumskerne eine führende Rolle zu spielen, dann leistet dies einen herausragenden Beitrag zur Überwindung der Krise". 

vdma.jpeg 2008 waren den Daten zu Folge in Deutschland 2,38 Billionen Euro in Wirtschaftszweigen umgesetzt worden, in denen Energie und Energieeffizienz eine entscheidende Rolle spielen. Dazu gehören auch energieintensive Industrien, der Maschinen- und Anlagenbau, die Informationstechnologie und IT-Services.  

Laut McKinsey ergibt sich bis zum Jahr 2020 allein aus effizienteren und emissionsärmeren Pkw-Technologien ein Marktpotenzial von 325 Milliarden Euro. Gegenüber dem heutigen Stand entspräche dies einem Wachstum dieser Marktsegmente von jährlich 29%. Dazu gehören 

- Hybridfahrzeuge, die weiterhin als Hauptantrieb einen Verbrennungsmotor haben, aber durch einen Elektromotor unterstützt werden. Sie dürften je nach Ölpreis bis 2020 einen weltweiten Marktanteil zwischen 16 und 24% erreichen, das wären mindestens 270 Milliarden Euro. 

- Autos mit signifikant verbessertem Verbrennungsmotor. Die relevanten Komponenten zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs schaffen ein Marktvolumen von 30 bis 35 Milliarden Euro. 

- Elektroautos und so genannte Plug-in-Hybridfahrzeuge (Fahrzeuge, deren Batterie über das Stromnetz aufgeladen werden kann, im Gegensatz zu normalen Hybridfahrzeugen, deren Batterie sich nur durchs Fahren aufladen lässt) werden langfristig ebenfalls eine bedeutende Rolle für die Autoindustrie spielen. Bis 2020 rechnet McKinsey allerdings nur mit einem Umsatzanteil zwischen 1 und 9%, der stark vom dann geltenden Ölpreisszenario und der technischen Entwicklung abhängt. Das wären Umsätze zwischen 20 und 110 Milliarden Euro.

Die Marktchancen im Gebäudesektor - allein die privaten Wohnhäuser machen ein Viertel des weltweiten Energieverbrauchs aus - ergeben sich durch energieeffiziente Heizsysteme, dezentrale Kraftwärmekopplung, bessere Gebäudeisolierung und Haushaltsgeräte, die signifikant weniger Strom verbrauchen. Die Untersuchung schätzt das Potenzial in diesen Wachstumskernen auf 180 Milliarden Euro im Jahr 2020. 

Weitere 120 Milliarden Euro Potenzial bietet der Wettbewerbsfaktor Energie nach der Studie in schnell wachsenden Marktsegmenten des Maschinen- und Anlagenbaus. Dazu zählen maßgeschneiderte Lösungen für energieintensive Industrien wie Chemie, Stahl, Zement, aber auch branchenunabhängige Lösungen in der Automatisierungs- und Steuerungstechnik, bei industriellen Antrieben, der IT-Infrastruktur und der Wärmerückgewinnung. 

Alleine für die Gebäudetechnik sieht die Unternehmensberatung bis 2020 ein Marktpotenzial von 180 Milliarden Euro im Jahr. Neben neuen Absatzchancen gebe es aber auch erhebliche Einsparpotenziale durch die effizientere Nutzung von Energie. "Nach unseren Berechnungen können deutsche Unternehmen und Haushalte im Jahr 2020 ein Einsparvolumen von 53 Milliarden Euro gegenüber dem heutigen Niveau erreichen, was etwa 25 Prozent der gesamten Energiekosten in Deutschland entspricht", erklärte Mattern.

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