Konjunkturpakete helfen dem Klima kaum
Viele der vorgeschlagenen Konjunkturmaßnahmen die derzeit auf dem G20-Treffen in London diskutiert werden helfen dem Klima wenig. Im Gegenteil - eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Großteil möglicher Maßnahmen zur Rettung der Wirtschaft ihr Potential für den Klimaschutz und eine "grüne" Wirtschaft verfehlt.
Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern von den G20-Staaten, grünere Konjunkturprogramme zu schaffen FOTO: REIMER
In der vom WWF, Germanwatch und E3G erstellten Studie werden die Konjunkturprogramme Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens, der Europäischen Union und der USA auf ihre Klimafreundlichkeit unter die Lupe genommen. Mit vernichtendem Ergebnis: Nur ein Bruchteil von 6,6 Prozent des Gesamtvolumens der Milliarden schweren Maßnahmenpakete werden für klimafreundliche Investitionen eingesetzt.
"Es zeigt sich, dass keins der untersuchten Länder die Gelder des Konjunkturpakets entschieden genug nutzt, um zugleich die Weichen gegen die sich anbahnende Klimakrise zu stellen", kommentiert Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen schätzen den notwendigen Aufwand zur Bekämpfung des Klimawandels auf ein bis drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Selbst Länder wie Deutschland oder die USA, die laut Studie dem Klimaschutz einen vergleichsweise hohen Anteil ihrer Maßnahmenpakete eingeräumt haben, sind davon jedoch weit entfernt. Deutschland setzt 15 Prozent, die USA 7,5 Prozent des Gesamtvolumens für klimafreundliche Investitionen ein: Gerade einmal 0,5 beziehungsweise 0,4 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts.
Noch weitaus schlechter sieht es in Italien und Großbritannien aus: In Italien schlage sich der Klimaschutz ausschließlich im Transportsektor nieder: Klimaschädliche Investitionen in den Straßenbau übertreffen die Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel jedoch um 30 Prozent. Großbritannien habe wirksamen Investitionen in Erneuerbare Energien ganz die Absage erteilt und weise durch Investitionen von 742 Millionen Dollar in Autobahnen ebenso wie Italien eine Negativbilanz für das Klima auf, so die Studie.
Der WWF fordert von den Regierungschefs die Anerkennung der historischen Verantwortung für den Klimawandel und mehr Raum für klimfreundliche Investitionen im Rahmen der Rettungspakete: "Milliarden von Dollar müssen jetzt richtig investiert werden", sagt Kim Carstensen, Chef der globalen Klimainitiative des WWF: "Die Chance die globale Rezession mit einer nachhaltigen Wirtschaft zu begegnen dürfen die G20 nicht verstreichen lassen".
Die Studie können Sie HIER herunterladen
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