Grillfest mit der Kanzlerin

Kohle ins Päckchen, Merkels Adresse drauf und abschicken...
Bundeskanzlerin Merkel bekommt Post: Beim ersten Berliner "coalmob" verschickten Umweltaktivisten am Samstag Päckchen mit Grillkohle ans Kanzleramt. Sie fordern den Ausstieg aus der Kohle und einen "green new deal" für die Welt.
"Wir brauchen einen globalen Wandel hin zu einer grünen Wirtschaft und zu erneuerbaren Energien", sagt Initiator Daniel Boese. Das sei nur durch eine breit agierende Umweltbewegung durchzusetzen. "Tausende Klimaschützer in Deutschland suchen noch nach neuen Aktionsformen, um selbst in die Diskussion einzusteigen". Eine dieser neuen Aktionsformen soll der "coalmob" sein, bei der sich Umweltschützer über das Internet zum kollektiven Verschicken von Kohle verabreden.
"E-Mails schreiben allein reicht
nicht", sagt Boese. Nur bei "handfesten" Aktionen komme die
Botschaft auch an. Weshalb die Umweltschützer der Bundeskanzlerin per Post
handfeste Kohle verschreiben wollen. Am liebsten Tonnenweise. Mit etwa 20 Aktivisten und Päckchen hat es am Samstag dazu zwar noch nicht gereicht: "Die Aktion in Berlin ist nur ein
kleiner Anfang", sagt Boese. "Wir wollen immer mehr werden und mit der Idee zum Organisieren eigener Aktionen anregen".
Parallel zur Berliner Aktion läuft auch in Hamburg bereits ein erster coalmob. Der Appell soll jedoch nicht nur an die deutsche Bundeskanzlerin, sondern auch an Staats- und Regierungschefs wie Nicholas Sarkozy oder Gordon Brown gehen. Kontakte hat die etwa 10-köpfige Gruppe um Boese deshalb zum Beispiel nach Großbritannien und in die USA geknüpft. "Auch Barack Obama soll demnächst Post bekommen", sagt Boese. Folgerichtig heißt die Website der Berliner Aktivisten auch Coal for Obama und ist englischsprachig.

... Berliner coalmobber machen vor wie es geht
Statt als Brennstoff in klimaschädigenden Kohlekraftwerken wollen die Umweltschützer Kohle nur noch zum Grillen verwendet sehen. Im Begleitschreiben regen die Aktivisten deshalb ein Grillfest mit der Kanzlerin an. Bundeswirtschaftminister Freiherr zu Guttenberg und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sind ebenfalls eingeladen.
Mitmachen? So funktionierts:
Fotos: Messina
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