Aktivisten fordern Finanzminister heraus
Mehrere hundert Greenpeace-Aktivisten blockieren das EU-Ministerratsgebäude in Brüssel. Die Aktivisten, darunter 60 aus Deutschland, haben sich an das Tagungsgebäude gekettet und fordern die Zusage der Finanz-und Wirtschaftsminister, den Klimaschutz in den Entwicklungsländern mit 35 Milliarden Euro zu unterstützen.

Im Inneren des Gebäudes tagen die Finanzminister der
EU-Mitgliedsstaaten - unter anderem über ihre Position für
den entscheidenden Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen.
Erfolgreich wird der Gipfel jedoch nur sein, wenn die Industrienationen den Entwicklungsländern
konkrete finanzielle Zusagen machen, warnt Greenpeace: Nur dann wären auch die Entwicklungsländer bereit, Zusagen zur Reduktion ihres Kohlendioxid-Ausstoßes zu machen und in den Klimaschutz zu investieren.
Für die Vermeidung und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels benötigen die Entwicklungsländer nach Berechnungen von Greenpeace eine Unterstützung von mindestens 110 Milliarden Euro pro Jahr durch die Industrienationen. 35 Milliarden müssten dabei von den EU-Ländern gestellt werden. Der Gesamtbetrag aller Länder sei demnach kaum höher als die allein von der deutschen Bundesregierung zur Rettung der Hypo Real Estate Bank jetzt einmalig zur Verfügung gestellten Garantien in Höhe von 102 Milliarden Euro: Das hatten deutsche Greenpeace-Kletterer bereits am vergangenen Freitag auf dem Dach der Bank in München veranschaulicht.
"Die Regierungen haben es versäumt, rechtzeitig auf die Signale der Finanzkrise zu reagieren - dafür zahlen wir jetzt den Preis", sagt Greenpeace Energie-Experte Karsten Smid. Man wolle verhindern, dass die selben Fehler bei der Klimakrise wiederholt würden: "Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu reagieren und in nachhaltigen Klimaschutz zu investieren", so Smid.
Foto: Eric de Mildt/Greenpeace
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