Klimaforscher beraten in Kopenhagen
In Kopenhagen treffen sich am Dienstag mehr als 2.000 Klimaforscher aus aller Welt: Der Kongress soll die neuesten Erkenntnisse zur Erderwärmung zusammentragen, um den letzten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC von 2007 zu ergänzen. Die Ergebnisse des dreitägigen Kongresses werden im Juni veröffentlicht und sollen als Grundlage für die UN-Klimakonferenz im Dezember dienen, auf der ein neues Klimaschutzabkommen zur Reduktion von Treibhausgasen beschlossen werden soll.
Gute Nachrichten sind von der Wissenschafts-Konferenz in Kopenhagen nicht zu erwarten: Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die schlimmsten Prognosen des IPCC-Berichts die möglichen Folgen des Klimawandels noch weit unterschätzten. Der letzte Sachstandsbericht des Weltklimarats warnte etwa vor einem möglichen Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 um bis zu 58 Zentimeter. "Jetzt ist jedoch klar, dass immer mehr Menschen an den Küsten vom Klimawandel bedroht sind", so David Vaughan vom British Antarctic Survey im britischen Guardian: "Rund um den Globus müssen Maßnahmen gegen massive Flutkatastrophen getroffen werden". Denn die Eismassen an den Polen schmelzen weitaus schneller als gedacht: Das könnte flache Regionen wie Bangladesh, Florida, die Malediven oder die Niederland noch schneller in Bedrängnis bringen als befürchtet.
Neben der Vermeidung von Treibhausgasen steht auch die Anpassung an die Folgen auf der Programm des Kongresses. Auch aus den Entwicklungsländern, wo die Folgen des Klimawandels bereits heute zu spüren sind, nehmen zahlreiche Wissenschaftler Teil. Weitere hochkarätige Teilnehmer des Kongresses sind etwa IPCC-Chef Rajendra Pachauri und Nicholas Stern, Autor des Stern-Reports zu den Kosten des Klimawandels.
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