Belene lässt grüßen: Protestwoche gegen RWE
Energiekonzern RWE plant im Ausland den Bau von sieben neuen Atomkraftwerken. Rund die Hälfte davon sollen in Osteuropa gebaut werden: Besonders besorgniserregend sind für Umweltorganisationen vor allem die Pläne für Atomkraftwerke auf Erdbeben gefährdetem Gebiet in Cernavoda (Rumänien) und Belene (Bulgarien).
Letztes nimmt ein Bündnis aus Umweltorganisationen in der ersten Märzwoche ins Visier einer deutschlandweiten Protestwoche. Bis zum 8. März finden in 54 Städten Aktionen gegen das mindestens 1,5 Milliarden teuere Bauvorhaben des Konzerns RWE in Bulgarien statt.

Umweltschützer halten Belene für eines der gefährlichsten Atomkraftwerke, die derzeit in Europa geplant werden
"Belene ist RWEs erstes Auslands-Atomabenteuer. An ihm zeigt sich, wie wenig dem Konzern an Sicherheit liegt", sagt Heffa Schücking von urgewald. Mit der Protestwoche wollen die Umweltorganisationen an das große Erdbeben am 4. März 1977 in der Belene Region erinnern, bei dem 120 Menschen ums Leben kamen. "Atomkraftwerke haben in Erdbebengebieten nichts zu suchen" so Schücking.
Die Menschen haben Tschernobyl nicht vergessen und wollen nicht tatenlos zusehen, wie RWE-Chef Großmann den Boden für eine neue Atomkatastrophe in Europa bereitet", sagt Jochen Stay, Sprecher des Anti-Atomnetzwerks ausgestrahlt.
Die Protestaktionen gegen RWE und Anteilseigner wie die Allianz Versicherung versprechen bunt und vielfältig zu werden: In Essen und Mülheim will etwa das online-Netzwerk Campact auf dem Trampolin demonstrieren, warum man kein Atomkraftwerk auf unsicheren Boden bauen sollte. Um den RWE-Tower in Dortmund bilden Greenpeace-Aktivisten eine Menschenkette. Vor RWE-Kundenzentren in Westfalen wird mit Anti-Atom-Bonbons und Luftballons für den Stromwechsel geworben. In Oldenburg und Berlin wird vor den Büros der Allianz demonstriert unter dem Motto: "Hoffentlich nicht Allianz versichert - sonst unterstützen Sie den Bau von Risikoreaktoren".
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Foto: urgewald
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