Greenpeace lässt Jänschwalde brennen
Mit einem brennenden CO2-Zeichen demonstrieren Greenpeace-Aktivisten am Mittwoch vor dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde gegen die Energiepolitik des Energiekonzerns Vattenfall und der brandenburgischen Landesregierung. "Braunkohle stoppen - auch ihre Stimme zählt" steht auf dem Banner vor dem Kraftwerk, das mit einem Jahresausstoß von 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid zu den klimaschädlichsten Kraftwerken in Deutschland zählt.
Greenpeace fordert damit kurz vor der UN-Klimakonferenz in Poznan, neue Wege in der Energieerzeugung zu gehen und den Abbau von Braunkohle sowie deren Verstromung bis 2040 einzustellen. Die Bürger Brandenburgs ruft Greenpeace mit dieser Aktion auf, am Volksbegehren gegen neue Tagebaue teilzunehmen.
"Braunkohle zerstört das Klima wie kein anderer Brennstoff", sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Die Menschen in der Lausitz dürfen sich nichts vormachen lassen, die Verbrennung von Braunkohle hat keine Zukunft." Greenpeace fordert, nicht länger an Kohle festzuhalten, sondern Erneuerbare Energien massiv zu fördern. Über die bereits genehmigten Braunkohletagebaue hinaus darf Brandenburg keine weitere Abbaugebiete mehr erschließen.
Brandenburg wird sonst sein Ziel verfehlen, bis 2010 die Emissionen auf 53 Millionen Tonnen jährlich zu senken. "Vattenfalls engstirnige Kohlepolitik ist eine schwere Last für Brandenburg", sagt Smid.
Greenpeace hat vergangenen Freitag einen Vorschlag für ein Gesetz zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung vorgelegt. Dieses Kohleausstiegs-Gesetz sieht vor, die Strommenge aus Kohlekraftwerken zu begrenzen und allmählich zu verringern. Daraus ergibt sich ein Zeitplan, nach dem die letzten Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2040 vom Netz gehen. Den Energieversorgern wird dabei freigestellt, auf welche Anlagen sie die Strommengen verteilen. Der Ausstieg aus der Kohleverbrennung ist nach dem Atomausstieg ein weiterer notwendiger Eckpfeiler einer Energiewende, die zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung führt.
Zahlreiche Verbände, Initiativen und Parteien haben das Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" initiiert, um gegen die Klima- und Landschaftszerstörung durch die Braunkohle vorzugehen. Greenpeace ruft alle volljährigen Brandenburger auf, an diesem Volksbegehren teilzunehmen. Bis zum 9. Februar müssen 80.000 gültige Unterschriften vorliegen. Die Unterschriftenlisten liegen ausschließlich in den Meldebehörden aus. "Mit dem Volksbegehren können die Brandenburger das unübersehbare Signal an die Landesregierung senden, dass sie mit ihrer Energiepolitik auf dem Holzweg ist", erklärt Smid.
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