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Geh doch nach Deutschland!

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Auch das Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde soll ausgebaut werden.

In gemeinsamen Recherchen mit dem Schweizer Fernsehen und dem WWF Schweiz ist es der Bürgerinitiative für Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe Rätia Energie Südweststrom Kraftwerks GmbH aufzudecken. Demzufolge plant die Rätia Energie, bis zu 900 Megawatt (entsprechend einem Kraftwerksblock) des in Brunsbüttel geplanten 1.800 Megawatt Steinkohlekraftwerks zu übernehmen.

Erst vor kurzem ist bekannt geworden, dass der Spanische Energiekonzern Iberdrola aus dem Steinkohlekraftwerk in Brunsbüttel aussteigen wird.  Iberdrola wollte ursprünglich als Joint Venture Partner der Südweststrom mit 51 Prozent der Anteile der Hauptgesellschafter am Steinkohlekraftwerk für rund 3,7 Milliarden Euro werden. In diese Rolle wird nun die Schweizer Rätia Energie treten. Gegenüber der Sendung  "10vor10" des Schweizer Fernsehens bestätigt Konzernchef Kurt Bobst: "Wir sind guten Mutes, dass Rätia Energie seinen Anteil am Kohlekraftwerk haben wird und unser Projekt in Brunsbüttel realisiert wird." Rätia Energie begründet die Investition in Kohlekraft in der Sendung "als sinnvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit".

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Kohlendioxid ist leider nicht sichtbar. Sonst käm hier ganz schon was raus.
 

Das neue Kohlekraftwerk in Brunsbüttel wird mit Schweizer Beteiligung 4,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid  pro Jahr ausstossen - was knapp 40 Prozent des gesamten jährlichen Autoverkehrs in der Schweiz entspricht. Baubeginn ist nächstes Jahr, das Kraftwerk geht voraussichtlich 2012 ans Netz. Die Bevölkerung im norddeutschen Brunsbüttel wehrt sich gegen die Baupläne aus der Schweiz. Kai Schwonberg, Arzt aus Brunsbüttel, kritisiert: "Weshalb werden solche Kohlekraftwerke mit all den Schadstoffen hier bei uns gebaut und nicht dort, wo der Profit hingeht."

Rätia ist kein Einzelfall: Die bernische BKW beteiligt sich mit 650 Millionen Franken am neuen Kohlekraftwerk im norddeutschen Wilhelmshaven (D). Dieses wird jährlich ebenfalls 4,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstossen. Außerdem versucht die BKW in Dörpen im Emsland ein neues Kohlekraftwerk zu bauen.

Die Praxis der Schweizer Konzerne ist nicht singulär: Im pommerschen Lubmin will der dänische Staatskonzern Dong ein Kohlekraftwerk bauen, dass in Dänemark wegen der strikten Klimaschutzauflagen keine Genehmigung mehr erhalten würde. Auch der belgische Konzern Electrabel plant gleich mehrere Steinkohlekraftwerke. Und der schwedische Staatskonzern Vattenfall  muss jährlich gegenüber dem Staat seine Klimaschutzbemühungen dokumentieren. Weshalb die Schweden auch in Deutschland diverse neue Kohlekraftwerke bauen wollen. Die Bundesrepublik wird so zum Kohlendioxid-Klo ausländischer Stromkonzerne.

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Den Wind in die richtige Richtung lenken: Kohlekraftwerke in Deutschland bauen. (Hier die dazugehörige Werbung in Berlin)

Schweizer Umweltorganisationen wie WWF oder Greenpeace sind empört über die millionenschweren Investitionen in ausländische Kohlekraftwerke. Fredi Lüthin vom WWF Schweiz sagt gegenüber "10vor10": "Wir fordern vom Bundesrat ein Moratorium. Der Bundesrat soll sich bei den Schweizer Kantonen dafür einsetzen, dass ihre Stromfirmen sich künftig nicht mehr an Kohlekraftwerken beteiligen."

Die Bürgerinitiative "Stade-Altes Land" hat unterdessen gemeinsam mit der BI Bützfleth und dem BUND (Kreisgruppe Stade) einen Dialiog mit der E.on Kraftwerke über das in Stade geplante Kohlekraftwerk abgelehnt. E.on hatte angeboten, einen neutralen Medeator einzuschalten. In einen offenen Brief heißt es zur Begründung: "Wir lehnen dieses Angebot eines angeblich neutralen Moderators ab, denn wir sind nicht daran interessiert, in einem Pseudo-Dialog für Kommunikationszwecke der E.on Kraftwerke GmbH instrumentalisiert und missbraucht zu werden."

   Text und Fotos: NICK REIMER

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