EnBW beerdingt Kraftwerksstandort
Nach den jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen wäre ein Kraftwerksbau am pfälzischen Standort Germersheim zwar grundsätzlich möglich, doch die EnBW wird den möglichen Bau eines Kohlekraftwerks auf der Insel Grün zunächst nicht weiterverfolgen.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren verschiedene standortspezifische und infrastrukturelle Gegebenheiten, wie die vergleichsweise schwierige Kühlwassersituation oder die Netzanbindung, teilte EnBW mit. Zusätzliche Entscheidungskriterien waren die logistische Anbindung bei Bau und Betrieb, die Kohlendioxid-Zuteilungsregeln, Fragen der Gas- und Kohlebeschaffung und derzeitige Anlagen- und Baupreise. Vorrangig weiterentwickeln wird die EnBW jetzt ihr Kraftwerksprojekt in Stade, sowie die Baupläne für das Gaskraftwerk RDK 6 S im Karlsruher Rheinhafen. Erst vor wenigen Tagen wurde im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Ministerpräsident Günther Oettinger der Grundstein für das Steinkohlekraftwerk RDK 8 im Karlsruher Rheinhafen gelegt.
Darüber hinaus hat die EnBW beschlossen, das Laufwasserkraftwerk in Iffezheim um eine fünfte Turbine zu erweitern und damit zu einem der größten Laufwasserkraftwerke am Rhein auszubauen.
Die Klimaretter von der Deutschen Umweltstiftung in Germersheim bleiben allerdings skeptisch: "Wachsamkeit ist erforderlich", sagte Hans Günter Schumacher der dpa. Die Bürgerinitiative gegen das Kohlekraftwerk auf der Rheinhalbinsel hält die Begründung von EnBW zumindest teilweise für «dünn und fadenscheinig», wie der Vorsitzende Artur Betz sagte.
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