Das Leben der "Intelligenten Stromzähler"
Im Bundesgesetzblatt wurde veröffentlicht, dass am 9. September 2008 das "Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb" in Kraft tritt. Der neue Paragraf 21 b Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EnWG regelt nunmehr, dass die Messung der vom Kunden entnommenen Mengen Stromes auch von einem Dritten durchgeführt werden kann. Damit ist das bisherige Monopol des örtlichen Netzbetreibers in diesem Bereich gebrochen.
Klingt simpel, hat aber weitreichende Bedeutungen: Mit dem Gesetz erhalten die Verbraucher auch die Möglichkeit, zukünftig zwischen Zählern mit unterschiedlichen Funktionen zu wählen. Dabei gibt es so genannte "intelligente Stromzähler" oder "Smart Meter". Im Gegensatz zu den klassischen Drehstromzählern erfassen sie den Stromverbrauch elektronisch und senden die Verbrauchsdaten des Strom- oder Gasanschlusses selbständig an das Versorgungsunternehmen. Unternehmen und Verbraucher werden davon zahlreiche Vorteile haben.
Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie nennt das "Smart Metering" die "neue Energieeffizienzquelle". Die elektronischen Zähler können helfen, den Stromverbrauch gleichmäßiger über den Tag zu verteilen. Sie wandeln die Verbrauchsdaten in digitale Signale um, die etwa von Haushaltsgeräten der neuen Generation erkannt und genutzt werden können. Warum soll schließlich die Waschmaschine mittags laufen, wenn der Strombedarf am größten und sein Handelspreis an den Strombörsen am teuersten ist? Schaltet sich die Waschmaschine nach Mitternacht an, spart der Kunden, denn dann ist Strom am billigsten.
Auf diese Weise will man die Verbraucher animieren, in Zeiten mit geringem Stromverbrauch ihre Waschmaschine oder andere Geräte einzuschalten. Umgekehrt könnte der Strom in Zeiten mit "Lastspitzen" teurer sein und so mehr Menschen davon abhalten, zu diesen Zeiten energieintensive Geräte zu benutzen. Damit bieten sie ganz neue Möglichkeiten des Netzmanagements. So nutzte der italienische Energieversorger ENEL die neuen Zähler, um flächendeckend Zwei- oder Vieltarife einzuführen. Der Strom kostet dann je nach Tageszeit unterschiedlich viel – der Abrechnung bei Telefongesprächen vergleichbar.
"Intelligente Zähler" können also das Netz stabilisieren. Wie erste Erfahrungen mit Zählern in Italien, Großbritannien oder den Niederlanden zeigen - hier gibt es sie bereits flächendeckend - lässt sich so Strom sparen.
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