Das nächste Kohlekraftwerk wird gebaut
"Solche Beispiele sollten Nachahmer ermuntern", sagte NRW- Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) bei ihrer zweiten Kraftwerksgrundsteinlegung binnen sechs Tagen - vergagenen Freitag lauschte Sie Kanzlerin Angela Merkel bei der RWE-Grundsteinlegung für ein 1600 Megawatt-Kohlekraftwerk in Hamm. Thoben meinte nun heute explizit die 30 Stadtwerke, die in Lünen erstmals ein eigenes Kohlekraftwerk bauen, um sich von den großen Energiekonzernen unabhängiger zu machen. Es gehe darum, "den oligopolistischen Markt mit vier großen Spielern aufzubrechen", sagte der Chef des kommunalen Energieversorger-Zusammenschlusses Trianel, Sven Becker. Trianel investiert mit den Regionalversorgern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 1,4 Milliarden Euro. Das 750-Megawatt-Kraftwerk soll 2012 ans Netz gehen.
Begleitet wurde die Grundsteinlegung von Protesten. Attac, BUND und die BI Kontra-Kohle-Kraft hatten mit einem Aufruf am Montag zu mobilisieren versucht. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Trianel-Kraftwerk energiewirtschaftlich entbehrlich, ökologisch bedenklich und rechtlich unzulässig ist", so die Begründung. Bislang über 12.000 Unterschriften hat die BI gegen das Kraftwerk nordöstlich von Dortmund gesammelt. Lünen liegt an der Lippe, weshalb über die Kanäle die Kraftwerkskohle per Schiff angeliefert werden kann.
Im Juni hatte der BUND wegen des zu erwartenden Kohlendioxid- Ausstoßes gegen den Lüner Bau vor dem Oberverwaltungsgericht Münster Klage eingereicht. Wirtschaftsministerin Thoben erwartet allerdings nicht, dass die Gegner des Kraftwerks vor Gericht Erfolg haben. "Die Umweltauflagen waren sehr streng", so die Ministerin.
Das Trianel-Kraftwerk wird es gerade einmal auf einem Wirkungsgrad von 46 Prozent bringen. Damit ist es zwar klimafreundlicher als ältere Kohlekraftwerke, die oft nur knapp über 30 Prozent liegen. Moderne Gaskraftwerke schaffen nutzen aber den Rohstoff bis zu 90 Prozent aus - bei gleicher Menge Kohlendioxid.
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