Känguru statt Rind für die Klimabilanz
Eine Umstellung von Rinder- auf Känguruzucht könnte die australische Klimabilanz wesentlich verbessern. Das meinen jedenfalls Experten des Australian Wildlife Service im Wissenschaftsmagazin Conservation Letters. Denn im Gegensatz zu Wiederkäuern scheiden die hüpfenden Beuteltiere fast gar kein Methan aus.
Das von Wiederkäuern und Schafen ausgestoßene Treibhausgas Methan ist für ganze 11 Prozent der gesamten Treibhausgase am kleinsten Kontinent verantwortlich. George Wilson vom Australien Wildlife Service schlägt vor, bis 2020 sieben Millionen Rinder und 36 Millionen Schafe durch Kängurus zu ersetzen – Das würde rund drei Prozent der australischen Treibhausgasemissionen einsparen. Wilson empfiehlt, die Zahl der ohnehin in Australien heimischen Säuger auf 175 Millionen zu steigern - derzeit sind es 30 Millionen. "Die Option auf die Känguru-Zucht umzusteigen, wäre da eine gute Möglichkeit um beim Emissionshandel Zahlungen zu vermeiden und nachhaltiger zu wirtschaften", so Wilson.

Regionales Gemüse ist noch klimafreundlicher als Känguru - nicht nur in Australien
Kängurus haben eine völlig andere Verdauung als Wiederkäuer und produzieren deshalb auch wesentlich weniger Methan als Rinder. Wie groß die Methanproduktion einer einzelnen Kuh ist, zeigte der Ökonom Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität in einer für den WWF-Deutschland gemachten Studie, die Ende 2007 veröffentlicht wurde: Demnach sind die Abgase einer einzigen Milchkuh in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren werde.
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