Klimarisiko Ölsand
Die Gewinnung von kanadischem, aus Teersand gewonnenem Öl, könnte weitreichende Folgen für den Klimawandel haben, warnt ein Bericht des World Wide Fund for Nature (WWF) und der britischen Finanzgruppe Co-Operative Financial Services (CFS). Der Bericht "Unconventional Oil: Scraping the bottom of the barrel?" untersucht den Abbau von Ölsand in Kanada und Nordamerika. Die Nutzung der unkonventionellen Ölreserven könnte demnach das globale Kohlendioxidlevel in der Atmosphäre um bis zu 15 Prozent anheben.

Radikale Abholzung auf 140.000 Quadratkilometern Ölsandvorkommen im kanadischen Alberta
Foto: WWF
Der Abbau von kanadischem Ölsand boomt : Ein anhaltende Anstieg der Ölpreise und zunehmenden Schwierigkeiten an leicht zugängliches Öl in Versorgerländern wie Russland zu gelangen machen den kostenintensiven Abbau kanadischen Teersandes und Ölschiefers aus Colorado zu einem profitablen Geschäft.
Kanadas Reserven werden auf 174 Milliarden Barrel Öl geschätzt. Das Land wirbt für sich als Energie-Supermacht, so der Bericht und verfüge demnach über die weltweit zweitgrößten Ölreserven - direkt hinter Saudi-Arabien.
Laut Bericht haben Shell, ExxonMobil und BP angekündigt, bis zum Jahr 2015 zusammen über 125 Milliarden kanadische Dollar (78 Milliarden Euro) in die Erschließung kanadischen Ölsandes zu investieren. Total und StatoilHydro hätten ebenfalls Pläne, unkonventionelle Ölreserven zu nutzen.
Bei der Gewinnung und Verarbeitung dieser schweren, pechartigen Öle sind jedoch große Mengen an Energie und Wasser nötig – nicht gerade förderlich für den Klimaschutz. Außerdem werden für den Abbau große Waldflächen abgeholzt, die eine wichtige Funktion als globale Kohlendioxid-Senke haben. Die Gewinnung von Ölsand produziere dreimal mehr Kohlendioxid- Emissionen als die herkömmliche Ölproduktion, die Gewinnung von ölhaltigem Schiefer sogar bis zu achtmal mehr, heißt es im Bericht.
Kanadas Treibhausgasemissionen sind seit 1990 um 26 Prozent gestiegen, so der WWF-Bericht. Laut Kyoto-Protokoll soll Kanada seine Emissionen um sechs Prozent senken.
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