Vegetarier pilgern nach Dresden
Auf dem Programm stehen Vorträge über Ethik, Religion, Spiritualität, Ernährung, Gesundheit, Sport, Politik und Gesellschaft, Ökologie und Naturschutz, über das Welthungerproblem sowie über Tierrechte und Tierschutz.
"Vegetarisches Essen landet deutlich ressourcenschonender auf dem Teller. Tiere brauchen Futtermittel, die auf großen Flächen angebaut werden müssen. Das Schlachten ist sehr wasserintensiv", erklärt Thomas Schönberger, Vorsitzender des Deutschen Vegetarierbundes vebu. Wer sich ohne Fleisch ernähre, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.
100 Jahre nach dem ersten Welt-Vegetarier-Kongress, treffen sich die Vegetarier zum 38. Male zu dieser Konferenz. "Wir haben für jeden genug Getreide auf der Welt. Es muss nur gerechter verteilt werden", so Schönberger zur aktuellen Nahrungsmittelkrise. Allerdings räumt er ein, dass die vegetarische Lebensweise nur einen Beitrag zur Entlastung sein kann. "Wenn die Menschen weniger Fleisch essen würden, müssten im Süden weniger Futtermittel wie Soja für die Tiere im Norden angebaut werden". Diese Ackerfläche stünde dann für die Ernährung
der hungernden Bevölkerung zur Verfügung.
Umfragen zufolge, leben acht bis zehn Prozent der Deutschen vegetarisch. 1983 waren es nur 0,6 Prozent. Schönberger: Heute verzehren wir mit jährlich 60 Kilogramm Fleisch im Durchschnitt 15 Prozent weniger Fleisch pro Kopf als 1988." Es gebe ein kollektives Unwohlsein in der Gesellschaft gegenüber der Fleischproduktion. 90 Prozent bejahen die
Frage, ob Massentierhaltung verboten sein sollte. Schönbergers Forderung: "Die Politik sollte die Agrarsubventionen auch dafür einsetzen, um die Herstellung vegetarischer Lebensmittel zu fördern."
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