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Kohlendioxid wird jetzt vergraben

16 Uhr solls heute mit einem Festakt losgehen: In Ketzin startet das europäische Pilotprojekt CO2SINK zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid. Es geht um die so genannte CCS-Technik: Die Stromindustrie verspricht Kraftwerke, die Kohlendioxid abscheiden können, dass dann unterirdisch vergraben werden soll.

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Hier kommts hin, das Klimagift: Ketzin in Brandenburg.
FOTO: ketzin.de
 

Ob das Vergraben allerdings funktioniert - darüber gibt es bislang nur Spekulationen. Nach jahrelangen Vorarbeiten beginnt deshalb das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) mit der Injektion des Treibhausgases in tiefen Gesteinsschichten unter Ketzin. Für das Projekt waren 800 Meter tiefe Bohrungen nötig. Durch ein Bohrloch wird das Treibhausgas eingeleitet. Über die anderen beiden Bohrungen soll die Speicherung beobachtet und untersucht werden. So werden in den kommenden Monaten neue Überwachungstechnologien getestet, Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen untersucht und die Ausbreitung des Kohlendioxides im Untergrund geprüft. 

Die ersten Komponenten in der Testanlage in Ketzin waren schon vor einem Jahr einsatzbereit. Die Injektionsbohrung mit einer Tiefe von 803 Metern war im Juni 2007 erstmals in Betrieb genommen worden. In die Testanlage sollen insgesamt rund 60 000 Tonnen Kohlendioxid gepumpt werden. 

Im Januar 2007 war bei Ketzin eine Probebohrung getäuft worden. Nun haben sich im Untergrund tatsächlich undurchlässige Gips- und Tonsteinschichten gefunden, die porösen Sandsteinschichten abdichten. Bereits in der DDR gab es hier einen unterirdischen Speicher - in den 60er Jahren lagerte Stadtgas mit hohem Kohlenmonoxid-Anteil in den porösen Schichten. Damals gab es tote Kühe, weil Gas austrat - angeblich weil die Bauarbeiter etwas von dem Spezialzement, der die Bohrlöcher abdichten sollte, abgezweigt hatten. Gas konnte so ausstreten und weil es - wie Kohlendioxid - schwerer als Luft und Sauerstoff ist, erstickten die Tiere. Ein ganzes Dorf musste evakuiert werden. 

Für das jetztige Vorhaben sind mehr als 20 Millionen Euro vorgesehen. Bis Ende 2009 sollen etwa 60 000 Tonnen Kohlendioxid in die Speicher in 700 Metern Tiefe gelangen. Vattenfall baut in der Lausitz gerade ein Pilotkraftwerk, mit dem getestet werden soll, wie Kohlendioxid bei der Kohleverstromung abgeschieden werden kann.

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