Werbung

Votet jetzt!
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Das Verhandlungsmandat ist jetzt hart

br1.jpg

Von Montreal über Nairobi und Bali sind wir nun in Posen angelangt und am Ende einer dieser schwer zu durchschauenden Klimakonferenzen. Was sind die Ergebnisse, was sind die Folgen? In Bali ging es bei der Beurteilung um die Frage, ob die Empfehlungen für die Vermeidung von Kohlendioxid so wie von der Wissenschaft empfohlen, angenommen werden würden in der Abschlusserklärung der Konferenz.   

  aufgeschrieben von Rebecca Harms, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament
Freitag, 12. Dezember 17:30 Uhr

Tatsächlich landeten diese Empfehlungen "nur" in der Fussnote der Resolution. Trotzdem galt Bali als Durchbruch für die Vorbereitung eines neuen globalen Klimaabkommens. 

0-dokubox.jpg
Kommunikation auf "klimakonferenzisch":  Jedes Land hat eine eigene Box, in der jedes neue Dokument hinterlegt wird 

Das Ergebnis hier in Posen erscheint bescheidener. Es ist aber unverzichtbar. Beschlossen wurde ein Mandat zur Vorbereitung der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009. Von nun an wird der Text, der in Kopenhagen abgestimmt werden soll, ernsthaft vorbereitet. Wie gut oder schlecht dieser Text wird, wie konsequent das Abkommen wird: Wir werden es nach den für das Frühjahr in Bonn angesetzten Treffen wissen. 

Aber nicht nur das Verhandlungsmandat ist jetzt hart.  Auch der Fond für Anpassungsmassnahmen nimmt  endlich Gestalt an. Das war das, was mindestens angeboten werden musste für die Entwicklungsländer, die mit grossen Erwartungen nach Posen gekommen waren. 

So weit , so gut? Wie immer auf den UN-Konferenzen wäre mehr drin gewesen. Und der schwarze Peter gehört hier in Posen aus meiner Sicht der Europäischen Union. Das Gefeilsche um das Klimapaket hat die Konferenz in Posen überschattet. Der Eindruck, der hier ankam war: "Klimaschutz ja, aber nicht bei uns, nicht so schnell, und wir müssen uns zuerst mal um die Wirtschaftskrise kümmern." Die Vertreter der EU-Kommission in Posen waren während der letzten drei Tage weder ansprechbar auf die Verhandlungen in Brüssel noch auf die Entwicklung in Posen. 

Das Ergebnis des Europäischen Rates wird jetzt weiter zu diskutieren sein. Ich halte das Klimapaket für schwach. Mit der Ausnahme der Richtlinie für Erneuerbare Energien muss das Parlament nächste Woche versuchen Verbesserungen durchzusetzen. In der Grünen Fraktion werden wir sehr genau abwägen, was wir unterstützen können und wozu wir nein sagen müssen. Denn auf den ersten Blick taugt das Paket nicht um die selbstgesteckten Europäischen Klimaziele zu erreichen. 

Aus meiner Sicht versuchen die Regierungen, die in Brüssel das Paket abgestimmt haben, weiterhin einen zu grossen Teil der Anstrengungen für den Klimaschutz auf die Entwicklungs- und Schwellenländer abzuwälzen. Besonders krass ist das in der Richtlinie, mit der die Kohlendioxid-Reduktionen etwa im Verkehrs- oder im Gebäudebereich durchgesetzt werden sollen: Nach unseren Schätzungen könnten mehr als 80 Prozent der Bemühungen dann "abgewälzt" werden. 

Aber es ist wie gesagt das letzte Wort noch nicht gesprochen und wir werden uns übers Wochenende und nächste Woche im Plenum in Strassburg weiter für ein besseres Paket einsetzen. 

Und eines zum Schluss: Die Klima"goodies" waren hier in Posen tatsächlich gerade die viel und oft für ihre steigenden Emissionen geschmähten Chinesen, Inder, Mexikaner oder Südafrikaner. Diese Länder waren hier mit eigenen Strategien für Klimaschutz angetreten. Schade, dass die EU ihnen kein gutes Gegenüber gewesen ist. 

Ich finde, man muss jetzt unbedingt dafür sorgen, dass die Europäer das Gefühl verlieren, sie seien die einzigen, die Klimaschutz ernst nehmen. Nicht nur der designierte amerikanische Präsident Obama, sondern auch viele Präsidenten und Minister aus sehr armen Ländern, die übrigens auch unter der Wirtschaftskrise leiden, haben hier in Posen gute Zeichen gesetzt. 

Diesen Text mit einem Klick honorieren:    [Erklärung]

Guter Journalismus kostet

Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.

Spendenkonto

Empfänger
Klimawissen e. V.
Kontonummer
1136852100
Bankleitzahl (BLZ)
430 609 67
 
GLS Gemeinschaftsbank
IBAN
DE63 4306 0967 1136 8521 00
BIC
GENO DE M 1 GLS
 

Werbung

Werbung

Meinungen: Reimers kleine Zahlenkunde

930 Euro für Angela Merkel

nick3 Mehr Geld für die Kanzlerin ist gut und richtig. Jetzt sollten als nächstes die Bezüge der Abgeordneten angehoben werden! Vielleicht hilft das ja, die Qualität der angebotenen Politik zu verbessern. [mehr...]

Meinungen: Kommentar

Treffer Röttgen - aber nicht versenkt

Er wollte Karriere über den Umweg der Provinz machen - und ist gescheitert. Nun fordert die Opposition seinen Rücktritt. Der aber wird nicht kommen.
Ein Kommentar von Nick Reimer
[mehr...]

mehr...

Jahrestag
Das Fukushima-Dossier

11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab.  [mehr]


Aktion des Monats

Europa ohne Atomkraft

Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr]

Zu Ihrem Vorteil

Klimaretter abonnieren!

Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...]

Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende

Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende   Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]


Lexikon

Das ABC der Klimaretter

Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr]

Klimaretter-Beichtstuhl

Erleichtern Sie sich!

Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...]

Werbung

Vattenfall: Einfach schlecht vorbereitet

Es gibt Werbekampagnen, die so schlecht sind, dass man sich fragt, wie sie jemals zustande kommen konnten. Ist die Agentur zu blöd? Wollen die Chefs, die die Kampagne abnehmen, ihre Firma bewußt schädigen? Ist das Produkt so miserabel, dass es[…] [mehr...]

Klimaretter-Dossiers

Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs

Klimakonferenz-Specials

Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13


Werbung


Ressorts

Politik


Regierung will die Länder kaufen

Solarförderung: Bundesumweltministerium bietet für Länderzustimmung 30 Millionen für die Forschung [mehr...]
Energie


Ein Speicher am Walchensee

Der SPD-Landtagsabgeordnete Ludwig Wörner will ein Wasserkraftwerk zum Pumpspeicher umbauen - Betreiber Eon sträubt sich [mehr...]
Protest


Anti-Kohle-Camp in Schottland

Britische Klimaschützer mobilisieren gegen den Kohlebergbau in Douglas Valley [mehr...]
Wirtschaft


Strompreisanstieg um 70 Prozent

Ein Gutachten im Auftrag der IHK Baden-Württemberg prognostiziert starken Preisanstieg - Vorschlag zeitlich angepasster Preise [mehr...]
Mobilität


Bahn will mehr Güter auf die Schiene holen

Vorstandsmitglied hält Anteil vom 20 Prozent am Transportmarkt für machbar, zur Zeit sind es 18 Prozent [mehr...]
Forschung


Eisschmelze im Weddell-Meer

Ein Schmelzen des Filchner-Ronne-Schelfeises der Antarktis könnte zu einer Kettenreaktion führen [mehr...]
Umwelt


Total versucht Gasleck zu schließen

Seit acht Wochen strömt Gas aus einer Tiefseebohrung in der Nordsee in die Atmosphäre - Total versucht das Leck nun mit Schlamm zu schließen [mehr...]
Konsum


LED statt 100 Watt

General Electric Lighting liefert die erste LED-Leuchte mit der Stärke einer 100-Watt-Glübirne [mehr...]

Werbung


Meinungen

Kommentar


Treffer Röttgen - aber nicht versenkt

Er wollte Karriere über den Umweg der Provinz machen - und ist gescheitert. Nun fordert die Opposition seinen Rücktritt. Der aber wird nicht kommen.
Ein Kommentar von Nick Reimer
[mehr...]
Standpunkte


"Wissen ohne Handeln"

Nach dem Bericht des Club of Rome: Michael Müller (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär a. D. und Mitherausgeber von klimaretter.info fordert in seinem Standpunkt 25 Milliarden Euro für ein Sofort-Programm der ökologischen Modernisierung. [mehr...]
Rezension


Die Radio-Aktivisten

Seit über 30 Jahren gab es in Japan keine solchen Demonstrationen: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat auch das politische Bewusstsein der Bevölkerung geändert. Der Dokumentarfilm "Radioactivists" versucht die neue Anti-AKW-Bewegung zu verstehen.
Eine Rezension von Felix Werdermann
[mehr...]
Kolumnen


Den Bärlauch ins Strafgesetzbuch!

Das gewerbsmäßige Sammeln und Inverkehrbringen von Bärlauch oder dessen Zubereitungen sollte der Staat mit drastischen Strafen belegen. Idealerweise orientiert sich der Gesetzgeber dabei am Strafrahmen für weiche Drogen. Die kulinarische Frühlings-Kolumne von Georg Etscheit, Autor und Journalist aus München.
Georg Etscheits Alltagsstress
[mehr...]
Überraschung der Woche


Der Hamburger SPD-Senat im Bett mit Vattenfall

Kalenderwoche 19: Die Hamburger Bürgerschaft hat der Übernahme des Stromnetzes zu 25 Prozent zugestimmt. Dieser Deal dient vor allem Vattenfall, findet Gero Lücking, Vorstand des Ökostrom-Anbieters Lichtblick und Herausgeber von klimaretter.info.
[mehr...]