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Der Dino ist tot: Letzte Worte in Potsdam

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Heute ist der letzte Tag unserer Aktionstour und dem Kohlosaurus scheint es nicht besonders gut zu gehen. Die Unterschriften der Menschen beim Volksbegehren schaden sichtlich seiner Gesundheit. Daher wird Potsdam auch die letzte Station der Tour sein, denn die Kohleverstromung, für die der Saurier steht, machts wohl nicht mehr viel länger. 

Donnerstag, 29. Januar - Finale in Potsdam
aufgeschrieben von Damian Arikas

Um fünf vor zwölf soll es losgehen und wieder ist das Medienecho recht groß, obwohl wir zum Tourauftakt ja schon einmal hier waren. Heute sind sogar noch mehr Helfer und Unterstützer gekommen, vielleicht weil alle den Dino nochmal sehen wollen. 

Dieser verhält sich eigentlich wie sonst auch, er frisst seine Briketts, verbeißt sich brutal in den Ortsschildern der gefährdeten Dörfer und emittiert eine fette schwarze Wolke Kohlendioxid. Doch dann gerät einer der CO2-Ballons in sein gieriges Maul und das blöde Vieh schluckt ihn. Wenige Sekunden später ist der Kohlosaurus tot! Damit konnte niemand rechnen. Wir sind kurz geschockt und auch das Publikum erschrickt, doch dann geht allen auf, was für Chancen im Ende der Dinosauriertechnik Kohlekraft liegen. 

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Anstatt viele Millionen in die Entwicklung der CCS-Technik zu investieren, kann das Geld nun für die Entwicklung und den Ausbau regenerativer Energien und in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ausgegeben werden. Mit der zweifelhaften CCS-Technik sollte das Kohlendioxid bei der Verbrennung der Kohle abgetrennt und unter der Erde endgelagert werden. Doch wo hätten wir die Unmengen Kohlendioxid, die in all den Kohlekraftwerken Deutschlands entstanden wäre lagern sollen? Es wäre gar nicht möglich gewesen, so viele sichere Endlager zu finden. Außerdem hätte CCS auch noch bis zu 40 Prozent mehr Kohle verbraucht und wäre viel zu spät serienreif gewesen. Gut also, dass der Kohlosaurus endlich gestorben ist und diese Probleme gelöst sind. 

Das Kohlevieh wird nun aufgebahrt und die Menschen formieren sich zum Trauerzug. Ein Trompeter schreitet vorweg und stimmt den Abgesang auf die Kohle an. Wir schreiten mit andächtig in einer langen Prozession in Richtung Rathaus, eskortiert von der Potsdamer Polizei. Am Rathaus angekommen, erwartet uns auch schon der Rest der Trauergemeinde, mit Infozelt und Rednertribüne. RednerInnen von Grünen, Linken und Studentenvertretung erinnern an die Missetaten des Kohlos, danach hält der Koordinator des Volksbegehrens die finale Grabrede. Der Himmel ist Grau in Potsdam, eine Ära geht zu Ende. 

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Noch eine letzte Schweigeminute mit traurigen Trompetenklängen gönnen wir unserem Kohlemonster, doch als der Sarg geschlossen wird, sind alle zuversichtlich, dass die Zukunft besser wird. Darauf - und auf eine erfolgreiche Tour - stoßen wir mit Glühwein an. Einige gehen noch schnell unterschreiben, um gemeinsam mit uns das regenerative Erbe des bedauernswerten Kohlos antreten zu können. 

Dann ist die Tour vorüber. Vielen Dank an alle, die dies mit Engagement und Einsatz möglich gemacht haben! Wir werden nun mit einer Pinguin-Tour das Land besuchen. Der Dino ist zwar tot, doch der Klimawandel ist nicht einfach wegzureden. Dafür stehen die Pinguine, die jetzt Brandenburg bereisen werden. 

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Es sind noch elf Tage Volksbegehren. 

www.keine-neuen-tagebaue.de

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