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Rückenwind in Falkensee

Mittwoch, 28. Januar - achter Tourstopp in Falkensee
aufgeschrieben von Björn Meyer
 

Trotz sibirischer Kälte musste unser Kohlosaurus heute Morgen früher aus den Federn als sonst: sein letzter Ausflug im Rahmen der Brandenburg-Tour sollte bereits um 11h auf dem Rathausvorplatz in Falkensee stattfinden. In der Hoffnung, viele Falkenseer BürgerInnen würden unser Kohlemonster sehnsüchtig erwarten, trafen wir uns zu nachtschlafender Zeit im Potsdamer Morgennebel. Als wir auf Umwegen und nach einigem Suchen endlich den Ort des Geschehens erreicht hatten, erwartete uns... leider nur eine vereiste verwaiste Wiese gegenüber des Falkenseer Rathauses. 

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Mittlerweile recht routiniert aber etwas missgestimmt ob der mangelnden Aussicht auf die gewünschte Öffentlichkeitswirkung der Aktion begannen wir bei Minusgraden unser Tagewerk gegen den Tagebau. Nach und nach krochen dann doch die ersten lokalen Unterstützer aus ihren Nestern und so war die Umgebung schnell mit unseren Schildern, Bannern und Infotafeln dekoriert. Strategisch äußerst clever platzierten wir einige Helfer mit neongelben Westen und weithin sichtbaren ‚HIER können Sie unterschreiben’-Schildern direkt vor dem ans Rathaus angrenzenden Einwohnermeldeamt. Mit Erfolg: in den drei Stunden unserer Anwesenheit unterschrieben mehr als 60! Falkenseer BürgerInnen unser Volksbegehren. Zwar wussten wir schon vorher, dass wir heute in einem Umfeld gastieren, welches uns freundlich gesonnen ist, waren aber dennoch vom Erfolg unserer Aktion überrascht. Wenn die Menschen doch nur überall so positiv und vor allem aktiv reagieren würden... 

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Nachdem wir gestern nicht nur prominente sondern vor allem inhaltlich sehr informative Unterstützung durch den Grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell bekommen hatten, war es heute vor allem an Harald Petzold, uns argumentativ den Rücken zu stärken. Über unsere Lautsprecheranlage sprach der Vorsitzende des Linken-Stadtvorstandes in Falkensee immer wieder 'seine' Bürger und Bürgerinnen an, um über unsere Aktion und das gemeinsame Anliegen zu informieren und zur Unterschrift zu motivieren. Und obwohl Falkensee weder auf Kohle noch auf Öl-Vorkommen gebaut ist und sich die Einheimischen daher keine Sorgen vor den riesigen Vattenfall-Baggern zu haben brauchen, hatte er - und damit auch wir mit unserer Aktion - großen Erfolg, was vor allem an der Zahl der neuen Unterschriften deutlich ablesbar ist. Auch wenn keine unmittelbar Existenz gefährdende Betroffenheit herrscht, so wurde für alle deutlich, dass der Klimawandel noch weniger Grenzen kennt als der Grundwasserspiegel in weiten Teilen Brandenburgs. 

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Um kurz nach 11h war dann auch unser Kohlosaurus bereit, den anwesenden BürgerInnen und Pressevertretern seine beeindruckende Zerstörungswut zu demonstrieren. Zunächst trieb er sein Unwesen noch abseits auf der Wiese, griff dann allerdings einige unserer Unterstützer an und fraß sich anschließend durch mehrere Brandenburger Dörfer, um sich letztendlich mit unbändigem Appetit über die darunter befindliche Kohle herzumachen. Die Folgen dieser unzeitgemäßen und mittelfristig vom Aussterben bedrohten Art der Energiegewinnung wurden schon kurze Zeit später symbolisch verdeutlicht: etliche große schwarze CO2-Ballons flogen gen Himmel und erwärmten das Klima. Zumindest gefühlt war das Thermometer zu diesem Zeitpunkt über den Nullpunkt gestiegen... 

Der Erfolg von heute sollte uns zuversichtlich stimmen – nicht nur für den Tourabschluss morgen um 5 vor 12 in Potsdam – sondern vor allem für die verbleibenden 12 Tage bis zum Ende des Volksbegehrens. Nach und nach schaffen wir es, mit den guten Argumenten auf unserer Seite immer mehr BrandenburgerInnen zu überzeugen, dass die Zeit der Kohleverstromung in den nächsten 20-30 Jahren langsam beendet werden muss, wenn wir die Zeichen des Klimawandels ernst nehmen. So sehr wir uns an unseren Kohledino gewöhnt haben – er ist und bleibt ein Fossil, welches von der Realität überholt wird! Daher werden wir ihn schon morgen symbolisch zu Grabe tragen! 

Seid dabei – um 5 vor 12 auf dem Luisenplatz/Brandenburger Straße in Potsdam oder online im Kohlosaurus-Blog bei wir-klimaretter.de!!

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