Prüfungszeit in Eberswalde
Mittwoch, 21. Januar - dritter Tourstopp in Eberswalde
aufgeschrieben von Damian Arikas
Heute wollen wir den Kohlosaurus in Eberswalde freilassen. Dieses Mal haben wir als Aktionsort nicht das Zentrum gewählt, weil am Mittwoch fast in ganz Brandenburg die Meldeämter geschlossen sind. Deshalb soll das Kohlevieh heute auf dem Campus der Fachhochschule sein Unwesen treiben.
Doch es gibt Probleme. Offenbar hat mit der Genehmigung irgendetwas nicht geklappt, denn wer Saurier frei herumlaufen lassen will, muss die Stadt und vor allem die Polizei fragen. Die Uni ist angeblich nicht informiert, daher müssen wir warten. Als wir nach einiger Wartezeit schließlich doch das o.k. haben, stellt sich heraus, dass gerade Prüfungszeit ist und die Schreie des Kohlos zu laut sind. Außerdem ist der Hof viel zu klein. Ein Saurier braucht schließlich Auslauf. So wird kurzfristig umgeplant und innerhalb von nur einer Stunde noch eine Genehmigung für das Eberswalder Zentrum eingeholt.
Gestern hatte sich der dämliche Saurier ja die Zähne an der Kohle ausgebissen, deshalb sind heute alle gespannt, ob er sich genauso gierig auf die Briketts stürzen wird. Doch zunächst liegen wieder ca. drei Stunden Aufbau vor uns. Der geht mittlerweile schon mit mehr Routine von der Hand auch wenn es heute unangenehm kalt und feucht ist und die Finger der Helfer schnell steif werden.
Schließlich ist alles fertig für den Beginn der Aktion. Es sind nur wenig Passanten unterwegs, die Kinder bekommen von uns einen CO2-Luftballon mit auf den Weg. Ein Kamerateam des Lokalfernsehens ist vor Ort. Der Kohlo jagt hinter einem unvorsichtigen Kind her, seinen täglichen Briketthaufen lässt er zunächst liegen. Doch kurze Zeit später knabbert er doch an der Kohle. Dann emittiert er die unvermeidliche CO2-Luftballon Wolke, die heute aber viel kleiner ist als in den letzten Tagen.
Hat die Kohle nicht geschmeckt? Ist der Saurier, der letzte seiner Art, kurz vor dem Aussterben? Für unser Klima und die Umwelt in Brandenburg, fürs Grundwasser und die vom Zwangsumzug betroffenen Dörfer wäre das eine gute Nachricht.
Noch 19 Tage Volksbegehren.
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