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Kohlosaurus, der Star

22.Oktober 2008 - elfter und letzter Tourstopp in Schwerin
Aufgeschrieben von Ferdinand

 

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Er ist unser Medienstar geworden: Überall, wo der Kohlosaurus in den letzten beiden Wochen auftauchte, waren Fernsehkameras, Fotograf/innen und Journalist/innen schon da. Sie wollten festhalten, wie der Saurier hunderte schwarzer CO2-Ballons aus seinem fünf Meter hohen Kühlturm in die Luft aufsteigen ließ. Kinder begeisterte er gleichermaßen wie Erwachsene, deren Blicke er tausendfach auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen, vor Rathäusern und Landesparlamenten auf sich zog.

duess-ballons.jpgNach über 3.000 Kilometern quer durch die Republik und Aktionen an elf Standorten, an denen gerade neue Kohlekraftwerke geplant werden, sind wir erschöpft, aber zufrieden von unserer Aktionstour zurückgekehrt. Mehr als 20.000 Luftballons, jeder stellvertretend für eine Unterschrift unter unseren Kohle-Appell, ließen wir in den Himmel steigen. Damit symbolisiert der Kohlosaurus die große Gefahr, die von der Dinosauriertechnologie Kohlekraft für das Klima und die Umwelt ausgeht.

Überall kamen hunderte Menschen, die sich dagegen wehren, dass die großen Energiekonzerne bundesweit 30 neue Kohlekraftwerke bauen wollen. Ob in Mannheim oder Stade, ob in Krefeld oder Schwerin: Die lebhaften Diskussionen zwischen verantwortlichen Politiker/innen, Expert/innen und engagierten Bürger/innen zeigten, dass sich die Wähler/innen nicht einfach mit juristischen Argumenten abspeisen lassen. Der Widerstand gegen die veraltete Technologie der Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke wächst überall!

Den Neubauplänen der Energiekonzerne weht ein neuer Wind entgegen. Es werden immer mehr Menschen, die nicht hinnehmen wollen, dass die vier großen Energiekonzerne ihre Marktmacht mit einer zentralistischen, fossilen und klimaschädlichen Stromerzeugung in Zukunft fortschreiben wollen. Bürgerinitiativen zeigten an vielen Standorten, dass es auch anders geht: Sie präsentierten ihre Solarprojekte oder führten Windkraftanlagen vor. Der Protest formiert sich - die Energiekonzerne müssen sich warm anziehen!

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Wie wichtig die Aktionen unserer Tour waren, zeigt eine neue, alarmierende Studie, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums entstanden ist: Das Ziel der Bundesregierung, den Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken, ist bereits jetzt unerreichbar. Und mit jedem neuen Kohlekraftwerk rückt eine klimaverträgliche Energiepolitik in immer weitere Ferne. Hier ist sofortiger Handlungsbedarf notwendig.

Denn längst ist klar: Wir können auf neue Kohlekraftwerke verzichten und gleichzeitig aus der Atomkraft aussteigen, ohne dass die Lichter ausgehen! Mit einem Mix aus erneuerbaren Energien und modernen, hocheffizienten Gaskraftwerken, die neben Strom auch Wärme produzieren, können wir den Bedarf an Energie locker decken. Es wird Zeit, dass Konzerne und Politik verstehen: Die Zukunft ist erneuerbar, Kohlekraft ist eine Dinosauriertechnologie!

 

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