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Im Schatten des Kölner Doms

11.Oktober 2008 - Fünfter Tourstopp in Köln
Aufgeschrieben von Sarah

 

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Gegen den Kölner Dom anzukommen ist gar nicht einfach. Der steht nun einmal ziemlich gewaltig, unübersehbar und auch etwas bedrohlich auf der Domplatte - und auch wenn er täglich Menschenmassen anzieht: die meisten wollen eben zum Dom und nicht zum Kohlosaurus. Der große Platz und die "Durchreiseatmosphäre" sind auch ungewohnt: Wohin mit dem Dino bei all diesem Raum, wo Infotische aufbauen und Bühne? Am frühen Morgen stehen wir noch im Schatten des Kölner Doms, es ist windig und beim Befüllen der "Kohlendioxid-Ballons" werden die Hände schnell eisig kalt.

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Aber die Sonne steigt und bringt mit den ersten Busladungen von Touristen nicht nur Kleinkünstler auf die Domplatte, sondern auch Neugier auf den Kohlosaurier. Viele emsige Helfer sind schon seit Stunden dabei, verteilen Flyer und machen Passanten auf die Aktion aufmerksam. Am späten Vormittag liegt die Domplatte in vollem Sonnenschein. Menschentrauben haben sich um den Kohlosaurus gebildet und Bürgerinitiativen aus Köln und dem Umland zeigen Präsenz - während der Kölner Umweltschützer und Liedermacher "Klaus, der Geiger" mit einem recht offenen Ständchen zu Kapitalismus und Kohlepolitik auf das Thema einstimmt.

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Die Debatten waren bis jetzt immer ein Höhepunkt und ebenso spannend wie aufgeladen: Heute diskutieren Helmut Spahn vom Aktionsbündnis Strommelner Bürger und Dirk Jansen vom BUND in Nordrhein-Westfalen mit dem NRW-Vize-Vorsitzenden der SPD Jochen Ott über den geplanten Bau neuer Kohlekraftwerke: RWE will nicht nur das Braunkohlekraftwerk in Niederaußem um zwei Blöcke erweitern, sondern auch ein neues Braunkohlekraftwerk in Hürth bauen.  

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Von Köln aus soll eine 500 Kilometer lange Pipeline das abgezapfte Treibhausgas bis nach Nordfriesland transportieren, um es dort "endzulagern". Jedenfalls will RWE sich daran versuchen. Der Wunschtraum  vom rentablen und "kohlendioxidfreien" Kohlekraftwerk wird aber auch in Köln mit realistischer Skepsis quittiert. Viele BürgerInnen mischen sich in die Diskussion ein, als Ott neue Kohlekraftwerke als "Brückentechnologie" für den kurzfristigen Zeitraum von etwa 10 Jahren verkaufen will. Mittelfristig sei man sich ja einig, in Sachen Klimaschutz und erneuerbare Energien. Neue Kohlekraftwerke laufen aber 40 bis 50 Jahre - und Milliardeninvestitionen werden nicht einfach nach ein paar Jahren abgeschaltet! Klaus, dem Geiger, platzt schier der Kragen: Es wird zwischendurch wieder ungemütlich auf der Domplatte.

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Im Laufe der Diskussion hat sich eine ansehnliche Menschenmenge eingefunden. Der Kohlosaurier wirkt nicht mehr ganz so klein vor dem riesigen Kölner Dom: endlich kann er sich einmal richtig entfalten und alle seine Glieder ausstrecken. Fünf Meter ist er hoch, aber auch seine "Spannweite" vom ausgestrecktem Kopf bis zur Schwanzspitze ist mehr als beachtlich. Noch lange nachdem die Ballons in die Luft gegangen sind, hält sich die Menge um unseren Kohlosaurus. In kleinen Gruppen wird weiter diskutiert und Geiger Klaus kanalisiert seinen Wutausbruch wieder in Musik: Pointierte Texte sorgen für ein bewegtes Ausklingen der Aktion.

Ein nahezu idealer Tag für den Kohlosaurier auf der Kölner Domplatte. Es ist offenbar durchaus möglich, mit ein bisschen Rückendeckung aus dem Schatten der Großen herauszutreten. Dafür muss man kein Kohlosaurier sein. Aber es hilft.

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