Die Demo vor der Demo
aufgeschrieben von Christina
Ich weiß nicht, woran das liegt, aber Montag ist der stressigste Tag in der Woche. Und das, obwohl es so kurz vor der Demo sowieso nur noch anstrengende und hektische Tage gibt.
Wobei die Erklärung für diesen stressigen Montag auf der Hand liegt: Morgen steht eine Aktion vor der Vattenfall CCS-Pilotanlage in Schwarze Pumpe / Spremberg in der Lausitz an, so zu sagen, die Demo vor der Demo. Die musste heute natürlich noch vorbereitet werden - Plakate malen, Pressemitteilung schreiben, Bus für die Fahrt ausleihen...
Vattenfall will in der Lausitz weiterhin "business as usual" betreiben, tut in der Öffentlichkeit aber so, als ob mit einer neuen, noch unerforschten Technologie die Braunkohleverstromung künftig klimafreundlicher sei. Dem wollen, NEIN MÜSSEN!, wir etwas entgegensetzen. Zahlreich werden Journalisten in die Lausitz strömen und da ist es wichtig, neben der graugrünen Vattenfall-Prosa auch unsere Sicht der Dinge zu vermitteln.
Während ein Teil des Teams - wir sind mittlerweile drei Mitarbeiter/innen, zwei Zukunftspiloten, ein FÖJler, ein „Pressesprecher“ und ein freier Mitarbeiter, der stundenweise aushilft – sich um diese Aktion kümmert, nimmt einer in Frankfurt bei einem energiepolitischen Gespräch mit den Grünen teil und der Rest ist damit beschäftigt, eine neue Newsletter-Vorlage zu erstellen, die Infos für die Infostände und Busse für die Samstagsdemos am Staudinger und in Jänschwalde zu versenden und die letzten Orga-Dinge für die beiden Standorte zu erledigen.
Klingt nach einem Arbeitspensum, das locker zu schaffen wäre – wenn nicht dauernd das Telefon klingeln würde: Leute reservieren Plätze im Bus von Berlin in die Lausitz, der Bühnenbauer informiert uns, dass wir ein Problem mit dem Stromaggregat haben, die Presse will ein Live-Interview, der Grafiker hat eine Frage zum U-Bahn-Spot für Frankfurt, eine Mitgliedsorganisation hat eine Anmerkung zu einer gemeinsamen Presseeinladung für Donnerstag, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Frankfurt will eine Nutzungsvereinbarung für einen Parkplatz (ein ehemaliges NATO-Gelände!!) mit uns abschließen, eine Gruppe aus Berlin braucht dringend noch 100 Plakate, die SPD-Fraktion in Hessen teilt uns mit, dass es nichts Neues bzgl. unserer Anfrage an Andrea Ypsilanti gibt, die Vorbereitungsgruppe aus Jänschwalde sucht dringend noch drei weitre Ordner und so weiter und so weiter….
Einerseits ist es toll, wenn wir merken, dass der Laden brummt, wir auf allen Ebene aktiv sind und die Demos vorantreiben, andererseits ist es auch ganz schon anstrengend. Aber es ist ja wirklich unser Endspurt - in einer Woche ist alles vorbei. Und egal wie viele Leute letztendlich zu den Demos kommen werden, hier im Büro wollen wir sicher sein, dass wir alles für die Organisation und Mobilisierung getan haben, was uns nur möglich war.
So viel für heute, unser Arbeitstag ist noch immer nicht vorbei. Aber die kleine Pause tat ganz gut!
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