Flughafen Fuhlsbüttel geflutet
20:27 - Heute war der Tag von "Fluten 3.0 " - der Hauptaktion des Antirassismus-Camps. Am Hamburger Flughafen wurde auf die dauernden Abschiebungen aufmerksam gemacht, die von dort - mit deutscher Gründlichkeit - vorgenommen werden. 800 Demonstranten zogen nach Fuhlbüttel; und der Hamburger Innensenator hatte angekündigt, man werde bei Störungen des Flugbetriebes "kein Pardon" kennen.
Wasserwerfer waren auf den Zufahrten zu den Terminals aufgefahren, ein Großaufgebot von Polizisten stand bereit. Mehr als hundert Leuten gelang es dann aber doch, in die Abfertigungshalle 1 zu gelangen. Mit Sitzblockaden wurden die Check-In-Schalter blockiert. "Achtung, alle Passagiere des Abschiebefluges Lufthansa 707 nach Togo, Guinea und Benin", schallte es aus den Lautsprechern einer Theatergruppe. "Bitte kommen Sie umgehend mit den Begleitern der Bundespolizei zum Ausgang A 14." Aktivisten verteilen Flugblätter an vorbeihastende Passagiere.
Überaus interessant, was Springers Welt an der heutigen Aktion berichtenswert erscheint: "Demonstranten am Flughafen verletzen Polizisten", lautet dort der Titel. Und fast ein Drittel des Textes beschäftigte widmete sich den wirklich schlimm getroffenen Opfern der Proteste: "Empörte Autofahrer berichteten", so die Weltäußerst verständnisvoll, "dass sie über drei Stunden für die Strecke von Bergedorf in die Innenstadt gebraucht hätten. 'An einer Ampel stand ich zehn Grünphasen lang, weil immer die Kreuzung blockiert war. Hier hätte man Polizisten gebraucht, die eingreifen', sagt ein Stau-Opfer."
Leider aber waren alle Polizisten am Flughafen im Einsatz. ;)
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