Werbung

Preise .info-Award 2010 Gewinner des Deutschen Solarpreises 2009 Umwelt-Medienpreis 2008
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

... und plötzlich Michael Ballack!

Nach 40 Tagen und 9.000 Kilometern: Angekommen in Lanzhou, Chinas Mitte 

nick_lanzhou2 Endlich wieder Zugfahren! Nach endlosen Tagen in Bussen bestieg ich in Ürümqui, der Hauptstadt der Provinz Xingjiang, den Expreß T296. Und das geht so: Man hat sich eine Stunde vor Abfahrt im Wartesaal des T296 im Bahnhof einzufinden. Es gibt auch den Wartesaal für 1306. So viele Züge gerade auf der Abfahrtstafel stehen, so viele Säle gibt es auch.   

Um zum eigenen Wartesaal zu kommen, muss ich eine Kontrolle passieren, in der kontrolliert wird, ob ich überhaupt berechtigt bin, einen chinesischen Bahnhof zu betreten. Es folgt die Gepäckkontrolle, damit klar ist: In den Taschen ist nichts Verbotenes. Hernach schließt sich die Wartesaalkontrolle an: Ist man berechtigt, den Wartesaal zu betreten? Falls ja, wartet man dann mit den anderen Reisenden auf die nächste Kontrolle: Zuerst entspannt, doch eine dreiviertel Stunde vor Abfahrt beginnt es ungemütlich zu werden. Die Sitzreihen sind jetzt abgesperrt, die Leute beginnen sich an den Ausgangstoren des Saales anzustellen. In Ürümqui waren das für meinen T296 etwa 20 Reihen – und in jeder gefühlte 100 Leute.  

Eine halbe Stunde vor Abfahrt werden die Pforten geöffnet – in meinem Fall von einer Beamtin, die kontrolliert, ob man zum Passieren des Pförtchens berechtigt ist. Wer es nachweisen kann, darf zum Bahnsteig. Nicht ohne allerdings den Anweisungen der bereitstehenden Uniformierten Folge zu leisten. Hat man den Zug dann erreicht, folgt die nächste Kontrolle: Diesmal wird kontrolliert, ob man zum Besteigen des angesteuerten Waggons überhaupt berechtigt ist. Und das ist immer noch nicht das Ende: Jetzt werden die Pässe kontrolliert, damit sichergestellt ist, dass derjenige, der berechtigt war zum Betreten des Bahnhofsgebäudes und des Saales, zum Passieren derAusgangspforte und der Einstiegstür des T296, auch wirklich dieselbe Person ist, die das Bahnhofsgelände betreten, im Wartesaal T296 Platz genommen ... und so weiter ... hat. Ach so: Bei der Ankunft in Lanzhou wurde natürlich kontrolliert, ob ich zum Ankommen überhaupt berechtigt war.   

Zwei Tage hatte ich für die 1.500 Kilometer von Ürümqui nach Lanzhou eingeplant – doch die Fahrt dauerte nicht einmal einen. Und sie fühlte sich kaum anders an als der D-Zug Dresden-Berlin. Kein „babam, babam“ der Schienenstöße mehr, die ich in Russland und Kasachstan lieb gewonnen hatte. Sondern nur ein „Zischhhhhhhhhh“. Alles andere aber funktioniert streng nach russischem Vorbild: Mit denselben Liegewagen (nur neuerer Bauart und sauberer), denselben Schaffnerpersönlichkeiten, denselben Besen, die über die Teppiche kratzen – und sogar mit dem selben Heißwassersystem. Nur dass es hier nicht Samowar heißt.  

nick_lanzhou

Jetzt bin ich also in Chinas Mitte – zumindest in seiner geographischen. Denn Lanzhou am Gelben Fluss gilt an der Ostküste, dem wirtschaftlichen und politischen Zentrum des Landes, als das äußerste, was einem zivilisierten Chinesen an Provinz zuzumuten ist. Hinter Lanzhou beginnt seit Alters her eine andere Welt – egal aus welcher Richtung man kommt. Die Wolkenkratzer sind hier nicht mehr zählbar. Eine dunstige Smogglocke hüllt die Stadt ins dunkel. Auf den Straßen ist es hektisch, schrill. Achtspurig wälzt sich der Verkehr durch die Stadt – auch wo die Straßen eigentlich nur vier Spuren haben. Und springt die Fußgängerampel tatsächlich einmal auf Grün, ist es allenfalls ein Signal, die selbstmörderische Straßenquerung im Kollektiv vorzunehmen. Die Einkaufszentren können gar nicht groß genug sein – ebenso so die Werbeplakate. Auf einem sehr, sehr großen lächelt übrigens Michael Ballack. 

Diesen Text mit einem Klick honorieren:    [Erklärung]

Werbung

Meinungen: Etscheits Alltagsstress

Danke, lieber Fritz Vahrenholt!

etscheid Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]

Meinungen: Kommentar

Keine Blackout-Angst

Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]

mehr...

Werbung

Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde

Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]


Aktion des Monats

US-Waldgesetz retten

In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr]

Durban 2011

Klimakonferenz Durban

Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen.  [mehr]

Neue Klimaretter-Serie 
Die Gesetze der Energiewende

Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit  Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.


Lexikon

Das ABC der Klimaretter

Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr]

In eigener Sache

Klimaretter abonnieren!

Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...]

Werbung

Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge

Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]

Klimaretter-Dossiers

Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs

Klimakonferenz-Specials

Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13


Werbung


Ressorts

Politik


Kanzlerin auf Rohstoffsuche

Angela Merkel (CDU) trifft sich heute mit dem Präsidenten von Kasachstan, um über die Lieferung von seltenen Erden zu verhandeln [mehr...]
Protest


Facebook: Sonne gegen Rösler

Wegen Solarkürzungen: Facebook-Nutzer wetten gegen Wirtschaftsminister [mehr...]
Mobilität


Kalifornien erzwingt mehr saubere Autos

Neue Abgasregeln sollen CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2025 um 52 Millionen Tonnen senken [mehr...]
Forschung

mann3_cr
Rechtshilfefonds für US-Klimaforscher

Organisation will Wissenschaftler wie Michael Mann beim Kampf gegen juristische Angriffe von "Klimaskeptikern" unterstützen [mehr...]
Wohnen


Heizkosten kosten nach Verbrauch

Urteil des Bundesgerichtshof: Eine pauschale Abrechnung ist "ungerecht" - und deshalb verboten [mehr...]

Werbung


Meinungen

Kommentar


Keine Blackout-Angst

Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.
Ein Kommentar von Joachim Wille
[mehr...]
Standpunkte


Biogas: unverzichtbar für die Energiewende

Die pauschale Kritik an der "Vermaisung" der Landschaft ist falsch, meint der Geschäftsführer des Fachverband Biogas, Claudius da Costa Gomez, in einem Gastbeitrag. Zukünftig würden auch alternative Energiepflanzen wie Rüben für die Stromerzeugung verwendet werden. Auch auf den Humus-Haushalt habe der Biomasseanbau keine negativen Auswirkungen. Teil fünf unserer Debattenserie zu den Folgen des Atomausstiegs.
Von Claudius da Costa Gomez
[mehr...]
Rezension


Ruht der Wind sich jemals aus?

Warum sind die Wolken flauschig? Wieso ist die Erde nicht tiefgefroren? Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf präsentiert Wetter und Klima als Abenteuer für Kinder.
Eine Rezension
von Toralf Staud
[mehr...]
Kolumnen

nick3
Wie die FDP Ihr Geld klaut

Der Wirtschaftsminister will 250 Großkunden die EEG-Umlage von deren Strompreis abziehen. Das kostet Sie vielmehr Geld als der Ausbau der erneuerbaren Energien! [mehr...]
Überraschung der Woche


Transparenz, EEG und die Ananas des Herrn Großmann

Kalenderwoche 5: Was steckt hinter dem Solarbashing des Wirtschaftsministers?, fragt sich Matthias Willenbacher, Gründer des Unternehmens juwi und Mit-Herausgeber von klimaretter.info [mehr...]