Bals: Kyoto-II-Vertrag noch möglich
Gegenüber wir-klimaretter.de erklärte Christoph Bals, der in Barcelona das Team der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch leitet, es könne mehr als ein Politisches Abkommen in der dänischen Hauptstadt erzielt werden. " Zwar können nicht alle technischen Details geklärt, aber es können die wesentlichen Punkte für ein rechtlich verbindliches Abkommen vereinbart werden", zeigte sich Bals zuversichtlich.
Volkommen unakzetabel sei, wenn in Kopenhagen wieder nur ein politisches Abkommen erzielt würde, - eine Absichtserklärung ohne bindende Beschlüsse und klares Mandat für ein rechtlich bindendes Abkommen, so wie zuletzt auf COP 13 auf Bali. "Auf den Bali-Aktionsplan darf nicht der Kopenhagen-Aktionsplan folgen, sondern das Kopenhagen-Abkommen", meinte Bals.
In den folgenden fünf oder sechs Monaten könnten dann die Details verhandelt werden. Zugleich sollte die Zeit genutzt werden, einen Überprüfungsprozess zu starten, um wieviel die Klimaschutzziele gegenüber den in Kopenhagen vereinbarten Zahlen erhöht werden können. "Durch die Finanzkrise sind die Emissionen in den Industrieländern stark gefallen. Zu gleichen Kosten könnten sie ihre Ziele nun um etwa 10 Prozent verschärfen," so Bals. Für die EU würde dass statt eines 30-Prozentziels bis 2020 gegenüber 1990 ein 40-Prozentziel bedeuten.
"Im Mai oder Juni könnte dann das ratifzierungsfähige Abkommen mit Einbezug der EU und mit erhöhten Zielen für die Industrieländer vorliegen", so Bals. Dies könne auch die Bedenken der Entwicklungsländer zerstreuen, die Verzögerung zeige, dass sich die Industrieländer vor ihren Reduktionsverpflichtungen drücken wollen. Momentan sehen viele von ihnen in einem rein politische n Abkommen ein Greenwa s hing der Länder des Nordens. Schließlich habe d er Bali Aktionplan besagt: Wir wollen in Kopenhagen einen neuen Weltklima-Vertrag abschließen.
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