EU blockiert den Waldschutz
Beim zweitwichtigsten Thema hat die Klimakonferenz in Bangkok keinerlei Fortschritt erzielen können: bei REDD, was "Reducing Emissions from Deforestation and Degradation" bedeutet. Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald abgebrannt oder gerodet, das ist viermal die Fläche von Belgien. Die daraus resultierenden Emissionen sind nach dem Energiesektor die zweitgrößte Quelle von menschenverursachtem Kohlendioxid. Das zu beenden, ist der einfachste und effektivste Klimaschutz. Doch bei REDD und beim Waldschutz tat sich ein großer Blockierer des Mechanismus hervor - die Europäische Union.
Ecuador, Brasilien, Indien und die Phillippinen fordern für den Vertragstext über den REDD-Mechanismus die Formulierung, dass der Schutz intakten Regenwalds im Vordergrund stehen soll. Klingt logisch, ist aber strittig. Die EU bevorzugt einen Vertragstext, der auch Palmöl-Plantagen als Waldschutz angesehen werden.
Unter dem neuen Klimaabkommen könnte im Rahmen des Clean Development Mechanismus der Waldschutz und klimafreundliche Landnutzung in Entwicklungsländer vorangetrieben werden. Derzeit sind unter dem Kyoto-Protokoll nur Wiederaufforstungsmaßnahmen eingeschlossen.
Der Teufel steckt allerdings im Detail, damit REDD tatsächlich ein Mechanismus ist, der den Waldschutz fördert. Flankiert von einigen afrikanischen Ländern setzte sich die EU in Bangkok aber lieber für schwammige Formulierung ein. Angeblich, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. In der Realität bedeutet das allerdings ein Schlupfloch, das für die inträgliche Legimitation der Zerstörung von Regenwaldflächen für Plantagen zum Palmöl-Anbau oder ähnlichem öffnet.
Zurück zu den Bangkok-Sonderseiten geht es HIER
Zur Startseite geht es HIER
Die Schlagzeilen
Am meisten gelesen
Meinungen: Kommentar
Linkspartei: Geht doch nach Beeskow!
Die Linkspartei lädt am Wochenende zu einer hochrangig besetzten Konferenz zur Energiewende nach Hamburg ein – während in Brandenburg gegen Braunkohle, CCS und die fossile Politik der Linkspartei demonstriert wird. Ein Kommentar von Hanno Böck.
[mehr...]
Was, bitte, sollen denn diese Aufkleber?
Im Redaktionsalltag gibt es immer wieder Themen und Texte, die uns besonders auffallen. Die brisanter sind als andere. Oder spannender. Oder bewegender. Mit bunten Aufklebern werden unsere Redakteurinnen und Redakteure (und gelegentlich auch Gäste) Sie künftig auf solche Texte hinweisen
Aktion des Monats
Seit drei Monaten sprudelt Öl aus der havarierten Bohrinsel von BP. Nehmen Sie an der Petition von Greenpeace teil, um neue Tiefseebohrungen zu verhindern! [mehr...] |
Aktuelles Dossier
Im August trifft sich die Weltklimadiplomatie zum dritten Mal in diesem Jahr um den nächsten großen Klimagipfel in Mexiko vorzubereiten. Mehr zur Bonner Konferenz hier [mehr...] |
Serie Reihenweise planten Stromkonzerne in Deutschland neue Kohlekraftwerke - doch rund ein Dutzend davon ist bereits verhindert worden. Gibt es Erfolgsrezepte für den Widerstand? [mehr...] | Serie Der etwas andere Blick zur Fußball-WM: Klimaretter.info beleuchtet verschiedene Aspekte der Erderwärmung, die in Afrika sichtbar sind wie auf keinem zweiten Kontinent [mehr...] |
Dosenindustrie: Greenwash-Slogans verschrottet
Mitte Juli haben wir an dieser Stelle über den Versuch der Dosenindustrie berichtet, Getränkebüchsen grün anzumalen – und so deren Wiedereinführung auf dem Markt propagandistisch zu begleiten. Kurz darauf nahm sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) des Themas an. Und erreichte[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Aktuelle Blogs
Klimaretter-Dossiers
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
1. Klimakonferenz 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel Cochbamba - Kopenhagen von unten
Kopenhagen 2009 - Wie der Mega-Gipfel scheiterte
Bundestagswahl - Das Klima war nur Nebensache
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung?















