Kyoto-Protokoll
1997 in der japanischen Kaiserstadt Kyoto verabschiedetes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der ⇒Klimarahmenkonvention der UNO. Sieht erstmals konkrete Reduktionsziele in einer Verpflichtungsperiode der Jahre 2008 bis 2012 für die sechs wichtigsten ⇒Treibhausgase vor - um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 1990.
Die Verhandler hatten ein Quorum für das Inkraft-Treten festgelegt: Demnach solle das Kyoto-Protokoll erst in Kraft treten, wenn mindestens 55 Staaten das Protokoll in nationales Recht umgesetzt haben, die mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen vereinen. Wegen dieser Bedingung dauerte es bis Februar 2005: Erst mit dem Beschluß der russischen Duma konnte das Protokoll auch ohne die USA in Kraft treten.
In Kopenhagen wurde im Prinzip um eine zweite Verpflichtungsperiode 2013 bis 2018 mit neuen Reduktionszielen gerungen. Allerdings fällt es den USA schwer, diesen Weg mit zu gehen: Die USA stoßen heute 16,8 Prozent mehr Treibhausgase aus als 1990, obwohl sie sich in Kyoto eigentlich zur Reduktion von 7 Prozent verpflichtet hatten. Allerdings war dies nie in nationales Recht umgesetzt worden - weshalb die USA der einzige Industriestaat ist, die außerhalb der Kyoto-Welt stehen. Die anderen sind neben Afghanistan, Somalia und Westsahara, Staaten, die sich außenpolitisch nicht selbst souverän vertreten: Taiwan, San Marino, Andorra, Neukaledonien und die palestinensischen Gebiete.
China wiederum, mittlerweile mit mehr Treibhausgasen als die USA, will sich nur zu eigenen Reduktionen in einer zweiten Verhandlungsperiode verpflichten, wenn die USA unter das Dach des Kyoto-Protokolls kommen.
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